In Bönigen bei Interlaken liess ein Holzbildhauer diesen Kiosk an prominenter Lage errichten. Er verkaufte darin Souvenirs, an erster Stelle natürlich Schnitzereien aus hauseigener Fabrikation.
In Bönigen bei Interlaken liess ein Holzbildhauer diesen Kiosk an prominenter Lage errichten. Er verkaufte darin Souvenirs, an erster Stelle natürlich Schnitzereien aus hauseigener Fabrikation. Doch nach Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 brach der internationale Tourismus ein. Viele Gäste blieben aus. Nicht mehr alle Reisenden konnten sich handgeschnitzte Andenken leisten. So führte der Kiosk forthin auch Zeitungen, Proviant, Süssigkeiten und Tabakwaren. Er wurde zu einem «Lädeli», wie ein heutiger Kiosk.
Der Kiosk von Bönigen ist an sich ein nüchterner Zweckbau. Als modulartiger Ständerbau in Holz trägt er ein Flachdach. Das schützende Vordach ist aus Glas. Dessen Eisenträger sind mit rankenförmig verzierten Konsolen ausgestattet, der ganze Bau hellbraun gestrichen – dank etwas Zierrat und Farbe erscheint der Kiosk, obschon teils aus industriell gefertigten Elementen zusammengesetzt, fast schon in ländlicher Lieblichkeit.
Seit über 200 Jahren ist der Fremdenverkehr im Berner Oberland ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Spätestens seit den 1770er Jahren war es in den besseren Kreisen Europas chic, eine Schweizerreise zu unternehmen. Die Unspunnenfeste und ab 1863 Thomas Cooks Gruppenreisen brachten Tausende von Touristen in die Region. Nicht nur schöne Landschaften und hehre Bergen lockten. Die Städter waren ebenso begeistert von der bäuerlichen Kultur: Häuser, Trachten, Brauchtum und Alpwesen waren eigentliche Highlights. In diesem Umfeld konnte sich auch die Brienzer Holzschnitzerei zum Renner entwickeln.
Im Kiosk aus Bönigen BE (1041) können die Museumsgäste heute Neues und Altbekanntes, Raritäten und Spezialitäten erwerben. Auch leckere Süssigkeiten und Souvenirs vom Freilichtmuseum Ballenberg sind dort zu finden.