Ein so altes Gebäude ist für den östlichen Teil des Schweizer Mittellandes selten: Geschlagen wurde das meiste Holz 1568, der Hausbau erfolgte 1569/70.
Die Vielzweckbauten der Ostschweiz zeigen Merkmale des angrenzenden Auslandes: Anordnung und Bauweise finden ihre Parallelen nördlich des Bodensees und im Badischen. Dies ist auch beim Hof von Uesslingen der Fall. Zudem zeigt dieses Haus auch den Übergang vom Ständerbau mit eingelassenen Bohlen (Balken) hin zum Fachwerkbau (mit Flechtwerk und Lehm) – beide Bautechniken sind hier vereint. Ein so altes Gebäude ist für den östlichen Teil des Schweizer Mittellandes selten: Geschlagen wurde das meiste Holz 1568, der Hausbau erfolgte 1569/70.
Schon um 1606 wurde der Bau um einen Viertel verlängert: In den Gebäudekörper integriert entstand an der heutigen Ostseite ein Anbau. Darin wurde eine Trotte (Traubenpresse) untergebracht. Heute steht hier eine Ölpresse aus dem zürcherischen Unterstammheim. Sie war bis in die 1940er Jahre in Betrieb, presste Nüsse und Samen und lieferte Baumnussöl, Raps- und Mohnöl.
1743 gehörte der Hof dem drei Kilometer entfernten Kloster Ittingen. Der Bau bestand ursprünglich aus Stall, Tenn und Wohnteil. Die Bewohner waren zunächst wohl Obst- und Weinbauern, denn Stall und Scheune sind eher klein konzipiert. Später legte der Ackerbau an Bedeutung zu sowie die Weberei als Heimarbeit. Seit den 1740er Jahren bewohnte die am Ort ansässige Familie Haag das Haus. 1878 heiratete der Landjäger (Polizist) Bernhard Hug eine Tochter der Familie Haag und das «Haag-Haus» hiess fortan «Hugen-Haus». Ab 1961 stand es leer und sollte 1976 abgebrochen werden, da es der Linienführung einer Hochspannungsleitung im Wege stand.